An der Ostküste Siziliens, in der Provinz Catania, erhebt sich majestätisch der Ätna, der höchste aktive Vulkan der eurasischen Platte. Von den Einheimischen auch Mongibello oder Muncibbeddu genannt, ist dieses Naturwunder, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, nicht nur landschaftlich dominant, sondern prägt auch die Identität dieses Teils der Insel.

Ein Besuch des Ätna bedeutet, eine bedeutende Kulturlandschaft und ein internationales Forschungszentrum mit außergewöhnlichem Einfluss auf Vulkanologie, Geologie und andere Erd- und Naturwissenschaften zu erkunden.

1. Geschichte des Vulkans Ätna

Der Ätna ist geologisch gesehen ein relativ junger Vulkan, aber seine Ursprünge reichen bis ins Quartär vor etwa 500.000 Jahren zurück, als dieser Teil Siziliens größtenteils unter Wasser stand. Die ersten vulkanischen Manifestationen waren Unterwassereruptionen, die sich ansammelten, das primitive Vulkangebäude formten und zur Entstehung der heutigen Ebene von Catania beitrugen.

Seitdem ist seine Aktivität fast ununterbrochen. In der Antike berichten historische Quellen von mehr als 135 Ausbrüchen. Damals war der Ätna nicht nur ein Naturphänomen, sondern auch mit Mythologie und den verborgenen Kräften der Erde verbunden. Der verheerendste Vorfall in der Geschichte des Vulkans ereignete sich jedoch 1669. Eine Serie von Rissen am Südhang verursachte eine massive Lavaflut, die wochenlang bis zum Ionischen Meer herabfloss und dabei ganze Dörfer zerstörte.

In den letzten zehn Jahren ist die Aktivität konstant, sodass mehrere Ausbrüche pro Jahr oder sogar pro Monat möglich sind. Trotz der Häufigkeit sind die Eruptionen relativ harmlos und gelten als vulkanische Aktivität niedrigeren Niveaus.

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2. Die besten Routen zur Erkundung des Ätna

Im Folgenden zeigen wir verschiedene Möglichkeiten, die außergewöhnliche geologische und biologische Vielfalt des Ätna-Nationalparks zu entdecken.

Der Ätna von der Südseite: das Tor des Ätna

Die Südseite des Ätna ist von der Stadt Catania aus am besten zugänglich und daher auch die meistbesuchte von Touristen. Ausgangspunkt ist das Dorf Nicolosi, das als „Tor des Ätna“ bekannt ist. Von hier aus geht es meist mit dem Auto bis auf 1.900 Meter Höhe zum Rifugio Sapienza, dem logistischen Ausgangspunkt für geführte Touren zu den höheren Regionen und den nahegelegenen sekundären Kratern.
Wenn du es etwas entspannter magst, startet vom Rifugio die Seilbahn des Ätna, eine moderne Anlage, die in nur 15 Minuten einen Höhenunterschied überwindet und zur Zone La Montagnola auf 2.500 Metern führt. Während des Aufstiegs kannst du die Landschaftsveränderung vom Grün der Wälder bis zu den dunklen Mineraltönen beobachten.

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Der Ätna von der Ostseite: das große vulkanische Amphitheater

Die Ostseite des Ätna bietet einen naturnahen Ansatz mit Wanderwegen, die die spektakuläre Landschaft erfahrbar machen. Der Aufstieg beginnt entlang der Straße Mareneve zwischen alten Lavaflüssen und dichten Wäldern.

Eine erste wichtige Station sind die Sartorius-Berge, sieben erloschene Krater, die während des Ausbruchs von 1865 entstanden sind. Dies ist eine einfache, lehrreiche Route, die klar zeigt, wie sich die eruptiven Risse öffnen und die sekundären Krater organisiert sind.

Die Route führt mit dem Auto weiter zum Rifugio Citelli auf 1.700 Metern. Von hier aus starten intensivere Touren wie der Serracozzo-Weg, der in die oberen Regionen des Vulkans führt. Der Weg endet an einem der beeindruckendsten Punkte des Vulkans: am Rand des Valle del Bove, einer riesigen vulkanischen Senke in Amphitheaterform, die Jahrhunderte eruptiver Aktivität zeigt.

Der Ätna von der Nordseite: extreme Landschaften und aktiver Vulkanismus

Die Nordseite des Ätna bietet eines der umfassendsten und spektakulärsten Erlebnisse für Besucher, die einen wissenschaftlichen und visuellen Zugang suchen. Der Zugang erfolgt in der Regel vom Dorf Linguaglossa aus, durch Wälder und alte Lavaflüsse bis Piano Provenzana auf 1.800 Metern Höhe. Von hier aus starten Wanderungen und Offroad-Touren in die rauesten und wildesten Zonen.

Von diesem Punkt aus gelangt man auch zum Vulkanologischen Observatorium Pizzi Deneri auf 2.900 Metern, einem der wichtigsten Kontrollzentren des Vulkans. Vor dem Observatorium erhebt sich der Südostkrater, der Anfang der 1970er Jahre entstand und seitdem einer der aktivsten ist. Nachts leuchtet das Magma intensiv rot, wodurch dieser Hang zu einem privilegierten „Logenplatz“ für die Beobachtung dieses eindrucksvollen Naturschauspiels wird.

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