Hast du schon einmal davon geträumt, eine antike griechische Stadt mit perfekt erhaltenen Tempeln, blühenden Mandelbäumen und jahrtausendealten Olivenbäumen zu erkunden? Es klingt wie ein Traum, aber du kannst ihn wahr werden lassen, indem du den Archäologischen und Landschaftspark des Tals der Tempel in Sizilien besuchst. Dieser Komplex, der einen Teil der antiken Stadt Akragas beherbergt, besitzt einen so immensen kulturellen Wert, dass die UNESCO ihn 1997 zum Weltkulturerbe erklärte und 2015 auch die Erklärung des außergewöhnlichen universellen Werts (DEUV) verlieh.

In diesem Reiseführer zum Tal der Tempel zeigen wir dir alles, was du wissen musst, um vollständig in die Geschichte und Schönheit von Agrigent in Sizilien einzutauchen.

1. Geschichte des Tals der Tempel

Auf einem Plateau unweit des Meeres, nur wenige Meter vom Stadtzentrum Agrigentos entfernt, ist das Tal der Tempel weltweit berühmt für seine imposanten dorischen Tempel, die zu den bedeutendsten Zeugnissen der griechischen Kultur und Kunst zählen.

Die tausendjährige Geschichte des Tals der Tempel reicht bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, als die Bewohner der nahegelegenen Stadt Gela die antike Kolonie Akragas gründeten. Die Stadt erreichte im 5. Jahrhundert v. Chr. ihren Höhepunkt und wurde zu einem der wichtigsten griechischen Siedlungen Siziliens. In dieser Zeit wurden die Tempel erbaut, die wir noch heute bewundern können. 406 v. Chr. eroberte Karthago die Stadt Akragas, die erst unter römischer Herrschaft wieder ihren Glanz erlangte. Im Mittelalter wurden einige Tempel restauriert oder wiederverwendet, was in einigen Fällen zu ihrer Erhaltung beitrug. Heute, als Weltkulturerbe von außergewöhnlichem Wert, wurden Schutz- und Restaurierungsarbeiten systematisiert.

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2. Sehenswürdigkeiten im Tal der Tempel

Das geschützte Gebiet des Archäologischen Parks umfasst etwa 1300 Hektar und gilt als eine der größten Ausgrabungsstätten Europas und des Mittelmeerraums. Die Fläche vereint ein monumentales Ensemble von unschätzbarer Schönheit und Bedeutung. Der Park bietet verschiedene Spaziergänge und auch Auto-Routen, die zwischen zwei und vier Stunden dauern können.

Tempel der Juno (Hera) und Tempel der Concordia

Die Besichtigung des Tals der Tempel beginnt an einem der höchsten Punkte, in der Nähe der östlichen Kasse, wo der sogenannte Tempel der Juno steht. Der Tempel wurde um 460 v. Chr. in der Blütezeit der dorischen Architektur errichtet. Auf den Säulenstämmen einiger Säulen sind Spuren eines Brandes zu erkennen, Zeugnis der karthagischen Plünderung.

Vor dem Tempel erstrecken sich die Reste des Opferplatzes, an dem rituelle Darbringungen im Freien stattfanden. Von hier aus führt der Weg entlang der sogenannten Via Sacra bis zum Tempel der Concordia, der als eines der Meisterwerke des dorischen Stils gilt. Vor dem Tempel steht als zeitgenössischer Kontrapunkt eine moderne Statue des Ikarus, gestiftet vom polnischen Bildhauer Igor Mitoraj.

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Tempel des Herkules und Tempel des Zeus

Die Route führt weiter zum zentralen Teil des monumentalen Ensembles. Nach der Villa Aurea erscheint der Tempel des Herkules, der als ältester der Heiligtümer von Agrigent gilt und auf das späte 6. Jahrhundert v. Chr. datiert wird. Seine Grundfläche und die acht Säulen zeigen eine frühe Phase der dorischen Ordnung mit robusteren Proportionen und direktem Bezug zur Topographie des Ortes.

Unter dem Tempel befindet sich ein römisches Grabmonument, fälschlicherweise als Grab des Theron bekannt. Von hier gelangt man durch den Eingang Hardcastle zu einem der beeindruckendsten Bereiche des Tals: dem Olympischen Zeus-Tempel. Errichtet nach dem Sieg von Akragas über Karthago in der Schlacht von Himera (480 v. Chr.), gehörte dieser Tempel zu den größten der antiken griechischen Welt.

Fährt man weiter nach Süden in Richtung Villaseta, erreicht man die Überreste des Vulkantempels oder Hefestempels. Von ihm sind nur noch das Fundament und zwei Säulen erhalten, die seine frühere Präsenz auf einem Felsvorsprung als Kultstätte andeuten.

Archäologisches Regionalmuseum von Agrigent und ergänzende Aktivitäten

Die Rückkehr zur Goldenen Pforte lädt zu einem sanften Übergang von der archäologischen Landschaft zur modernen Stadt ein. Der Weg steigt allmählich zum Hügel San Nicola an, einem strategischen Punkt mit Blick über das gesamte Tal der Tempel und den Horizont. In der Antike befand sich hier die obere Agora von Akragas, Zentrum des politischen und bürgerlichen Lebens der Stadt.

Danach folgt das Ekklesiasterion, der Bereich für die Volksversammlung, in den Fels gehauen und halbkreisförmig angelegt. Auf diesem historischen Kern erhebt sich das Archäologische Regionalmuseum Pietro Griffo, errichtet auf den Überresten eines ehemaligen Zisterzienserklosters. Die Sammlung des Museums verfolgt die Geschichte von Akragas von der Vorgeschichte bis zur römischen Zeit. Besonders hervorzuheben ist die Sammlung von Votivgaben, eine der bedeutendsten Siziliens, mit griechischen Schwarz- und Rotfigurkeramiken, die sowohl den Alltag als auch religiöse und funeräre Rituale dokumentieren.

Über die Archäologie hinaus bietet das Tal der Tempel Aktivitäten und Erlebnisse, die den Besuch abrunden, wie das Haus Barbadoro Diodoros, das Produkte aus dem Park anbietet, oder den Sinnesgarten, ein kleiner Rückzugsort, der die Sinne mit aromatischen Pflanzen, Geräuschen und Texturen stimuliert.

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